Wie funktioniert ein Elektronenmikroskop?
Elektronen sind ein Teil jedes Atoms, daher sind sie in jedem Stoff enthalten.
Wird zum Beispiel ein Draht erhitzt, so bildet sich um ihn herum eine kleine Wolke
aus Elektronen. Weil diese aber ständig mit den Luftteilchen zusammenstoßen,
kommen sie nicht weit. Wenn man den Draht aber in einem Vakuum (luftleerem Raum)
erhitzt, können die Elektronen weit fliegen, und wenn man sie zusätzlich mit einer
elektrischen Hochspannung von einigen zehntausend Volt beschleunigt, erhält man
einen richtigen Elektronenstrahl. Diesen Elektronenstrahl kann man zwar nicht direkt
sehen, aber auf einer mit einem speziellen Leuchtstoff beschichteten
Platte (vergleichbar einem Fernsehbildschirm) erzeugt er ein sichtbares Bild.
Der Elektronenstrahl entsteht durch einen heißen Wolfram-Draht, der unter
Hochspannung gesetzt wird. Der Strahl wird durch Magnetlinsen gebündelt und
auf das zu untersuchende Objekt gelenkt, das nur einige zehntausendstel
Millimeter dick sein darf und sich ebenfalls im
Vakuum befindet. Auf dem Leuchtschirm entsteht das vergrößerte Bild des Objekts.
Das Auflösungsvermögen von modernen Elektronenmikroskopen übertrifft das der
besten Lichtmikroskope um das Tausendfache. Erst so wurde es möglich,
das Innere von Zellen genau zu untersuchen und herauszufinden, wie diese
Grundeinheiten des Lebens funktionieren. Sogar Viren, die etwa 1000mal kleiner
als Bakterien sind, kann man damit beobachten – manche sind Erreger
von gefährlichen Krankheiten, zum Beispiel von Aids, Tollwut oder Kinderlähmung.
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