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Einblicke in die Welt des Kleinen mit 3D-Animationen und virtuellen Experimenten im Gebiet der Nanowissenschaften
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Einblicke in die Welt des Kleinen mit 3D-Animationen und virtuellen
Experimenten im Gebiet der Nanowissenschaften
Dr. T. Gyalog, Dr. M. Guggisberg
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Zusammenfassung
Die Nanowelt ist die Welt der einzelnen Atome und Moleküle, in der die traditionellen naturwissenschaftlichen
Disziplinen Physik, Chemie und Biologie (einschliesslich der molekularen
Medizin) verschmelzen. Dort treten neue und verblüffende Eigenschaften und Prozesse auf,
die Potenzial für neue und vielfältige Anwendungen bieten. Virtuelle Experimente helfen,
zukünftige Anwendungen zu simulieren und zu visualisieren. Die ungewöhnlichen Eigenschaften
der neuen Kohlenstoff-Materialien wie hohe Reissfestigkeit, selektive elektrische
Leitfähigkeit und hohe Elektronen-Emission bei geringer angelegter elektrischer
Spannung führen zu neuen Anwendungen wie mechanischer Verstärkung,
neuen Transistoren, flachen Bildschirmen, neuen Licht- und Röntgenquellen.
Vom Wassertropfen zum Rasterkraftmikroskop
Schon im Mittelalter verwendete man die vergrössernde Wirkung von Wassertropfen, um
feine Strukturen in der Natur zu beobachten. Antoni van Leeuwenhoek aus dem niederländischen
Städtchen Delft war um 1674 der erste Mensch, der den Wassertropfen selbst unter
einem einfachen Mikroskop betrachtete und so die winzigen Lebewesen darin entdeckte. Um
1608 hatte als erster der Niederländer Zacharias Jansen zufällig entdeckt, dass zwei hintereinander
gehaltene Vergrößerungslinsen ihre Wirkung vervielfachten. Aber erst Leeuwenhoek
erkannte, dass im Reich des Allerkleinsten eine Fülle von Wundern und Geheimnissen
verborgen war, die nur mit Hilfe des Mikroskops entdeckt werden konnte. Mit seinem vergleichsweise
primitiven Gerät entdeckte er beispielsweise auch den Feinbau von Insekten,
die roten Blutkörperchen und Bakterien. Zu dieser Zeit entstand auch der Name 'Mikroskop',
und zwar aus den zwei griechischen Wörtern mikro ('klein') und skopein ('schauen'). Seither
wurde das Lichtmikroskop ständig erweitert und verbessert. Doch die Vergrösserung stiess
schon bald an ihre ultimative Grenze. Der Traum, jemals ein einzelnes Atom unter dem
Mikroskop beobachten zu können, schien technisch unerreichbar - bis zur Entwicklung des
Rastertunnelmikroskops im Jahr 1981. Das Rastertunnelmikroskop, die modernste Form
eines Mikroskops, ist eine Schweizer Erfindung. Es wurde von Heinrich Rohrer, Gerd Binning
und Christoph Gerber erfunden und erzielt Vergrösserungsfaktoren von rund 100'000.
Heinrich Rohrer und Gerd Binning erhielten dafür 1986 den Nobelpreis. Seit den achtziger
Jahren wird diese Technologie weiter entwickelt. Heute existiert eine ganze Reihe von ähnlichen
Instrumenten, so genannte Rastersondenmikroskope.
Das Rastersondenmikroskop - Blindenstock der Nanotechnologen
Analog zum Elektronenmikroskop (Markus Dürrenberger, 22.10.2008, SeniorenUni) rastert
das Kraftmikroskop einen Bereich Punkt für Punkt ab. Es nutzt die winzige Elektronenwolke,
die ständig jeden Gegenstand umgibt. Das Rasterkraftmikroskop analysiert aber nicht die
vom Objekt reflektierte oder gestreute Strahlung, sondern funktioniert mit einer extrem feinen
Nadel: Diese wird nah an die zu untersuchende Oberfläche herangeführt, ohne diese zu
berühren. Die Elektronenwolken von Nadel und Präparat überlappen sich und die Wechselwirkung
zwischen Nadel und Präparat wird gemessen. Die aufgenommenen Daten werden in
der parallel laufenden Bildverarbeitung ausgewertet und als dreidimensionales Bild dargestellt.
Mit dem Rastertunnelmikroskop kann das Unsichtbare sichtbar gemacht werden. Einzelne
Atome und Moleküle können beobachtet werden. Neue Materialien, wie das Fussballmolekül
aus 60 Kohlenstoffatomen mit dem Durchmesser von 1 Nanometer, können untersucht
und angeordnet werden.
Der Natur auf die Finger geschaut
Die Nanowissenschaften haben sich in den letzten 25 Jahren rasant entwickelt. Das Hauptinteresse
gilt dabei weniger der reinen Abbildung kleinster Systeme, sondern vielmehr der synthetischen
Konstruktion neuer Nano-Systeme. Auf der Nanoskala finden die meisten biologischen
Prozesse statt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchen, die Konzepte
der Natur zu verstehen, nachzubilden und auf andere Systeme anzuwenden. Insbesondere
in der Computertechnologie und in der Medizin eröffnen sich dadurch ungeahnte neue
Dimensionen.
Literatur und Internetlinks
http://www.nanoscience.ch/
http://goodpractice.epistemis.com/
http://image3d.epistemis.com
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